„Searching Eva“ bester Film des Festivals ELBE DOCK

SPEZIALPREIS DER JURY FÜR TASTE OF HOPE

„Searching Eva“ von Regisseurin Pia Hellenthal und Produzent Erik Winkler hat den Hauptpreis des Filmfestivals ELBE DOCK gewonnen. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht die freigeistige Eva, die in Berlin lebt und mit ihrem alternativen Lebensstil jede Zuschreibung sprengt. Den Spezialpreis der Jury erhielt Regisseurin Laura Coppens für ihren Film „Taste of Hope“, in dem sich die Angestellten einer Teefabrik gegen die geplante Werksschließung durch einen Lebensmittelgiganten zur Wehr setzen. Die Preise wurden während der feierlichen Abschlussgala des Festivals verliehen, die am Sonntag im Dresdner Kulturzentrum GEH8 stattfand. Das Festival war dort vom 5. bis zum 6. September zu Gast. Moderiert wurde die Abschlusszeremonie von den Autorinnen des Podcasts Buchty Zuzana Fuksová und Ivana Veselková vom Prager Radiosender Wave.

Feminismus. Körper. Identität. Liebe. Hass. Direktheit. Ein vielschichtiges Porträt der Protagonistin in Form eines eindrucksvollen Filmessays,“ heißt es in der Stellungnahme der Jury über den Siegerfilm Searching Eva. Um den Preis des Festivals ELBE DOCK für erste oder zweite Dokumentarfilme mitteleuropäischer Regisseure konkurrierten insgesamt sieben Streifen: Sicherheit123 von Florian Kofler und Julia Gutweniger, Silent Days von Pavol Pekarčík, Taste of Hope von Laura Coppens, ISOLA von Aurelio Buchwalder, Little Poland von Matěj Bobřík und Lost Home von Juraj Mravec.

Die Regisseurin des Films Taste of Hope Laura Coppens erhielt eine besondere Erwähnung der Jury mit folgender Begründung: „Die Regisseurin nimmt uns auf feinfühlige und diskrete Weise mit in die Welt der Protagonisten. Ihr anthropologischer Zugang hat uns derart in den Bann gezogen, dass wir von Beginn an auf der Seite der Arbeiter standen. Die Situation in der Fabrik wurde aus beobachtender Perspektive mit einer klaren Vision der Regisseurin eingefangen.

Die Jury des ELBE DOCK-Preises für Erstlinge und Zweitlinge mitteleuropäischer Dokumentarfilmer stellten in diesem Jahr die Filmproduzentin Marta Golba, die Gründerin und Leiterin des Young Film Fest, einem Film- und Bildungsfestival für Jugendliche, Mária Môťovská, und die Produzentin der Gesellschaft Frame Films Hana Blaha Šilarová.

Mit der Preisverleihung des ELBE DOCK-Preises und einem Konzert des Avantgarde-Cellisten und Komponisten Štěpán Filípek ging der dritte Jahrgang des internationalen Filmfestivals zu Ende. Es fand in diesem Jahr vom 1. bis zum 4. September zunächst in Aussig, danach in Dresden statt. Zu sehen waren fast 60 Lang- und Kurzfilme, überwiegend von debütierenden europäischen Filmemachern. Daneben gab es 20 verschiedene Veranstaltungen im Begleitprogramm. Teilgenommen haben in diesem Jahr 150 Gäste aus der Filmindustrie, die Filmvorstellungen zählten insgesamt fast 1.700 Zuschauer.

Außerdem wurde im Rahmen des Festivals ELBE DOCK der Pavel-Koutecký-Preis vergeben. Gewonnen hat ihn der dokumentarische Filmessay FREM aus den Händen der slowakischen Regisseurin Viera Čákanyová. Der von Nina Numankadić produzierte Film reagiert auf die gegenwärtige Welle des posthumanistischen Denkens, das aus technologischer Entwicklung und künstlicher Intelligenz resultiert. Der prestigeträchtige Preis wurde dieses Jahr bereits zum 14. Mal vergeben. Der Pavel-Koutecký-Preis würdigt die originellsten ersten und zweiten Dokumentarfilme von tschechischen und slowakischen Regisseuren. Neben den abendfüllenden Filmen wurde außerdem der animierte Kurzdokumentarfilm S P A C E S von Regisseurin Nora Štrbová und Produzent Ondřej Šejnoha prämiert. Die Filmemacherin verarbeitet darin die persönliche Erfahrung vom Gedächtnisverlust ihres Bruders. Der Preis wurde bereits zum dritten Mal im Rahmen des internationalen Filmfestivals ELBE DOCK im Kulturhaus Hraničář in Aussig vergeben.

“Ich bin froh, dass wir es geschafft haben dieses Jahr trotz Komplikationen sowohl den Pavel-Koutecký-Preis zu verleihen als auch das Festival ELBE DOCK zu veranstalten. Ich denke, dass es momentan sehr wichtig ist, Filmemacher, Kinos und die ganze Live-Kultur zu unterstützen, die sehr stark unter der von COVID-19 verursachten Situation gelitten haben. Ich freue mich, dass wir in Aussig und Dresden Filme zeigen konnten, die sonst nicht ins Kino gekommen wären, und dass wir Veranstaltungen organisieren konnten, die auch die Ortsansässigen interessiert und zusammengebracht haben, ” sagt Produzentin Jarmila Poláková, Initiatorin des Pavel-Koutecký-Preises sowie Gründerin des Festivals ELBE DOCK.

 

Veranstalter des Festivals sind die Firmen nutprodukce s.r.o. und bujón s.r.o.

Der dritte Jahrgang des Internationalen Festivals ELBE DOCK steht unter der Schirmherrschaft des Aussiger Oberbürgermeisters Mgr. Ing. Petr Nedvědický.