DAS FESTIVAL

 

Das internationale Filmfestival ELBE DOCK ist ein Wettbewerbsfestival. Es zeigt einen Überblick an Debüt- und Zweitfilmen von Filmschaffenden aus Zentraleuropa. Der Hauptpreis des Festivals, der ELBE DOCK AWARD, richtete sich in den vergangenen Jahren vor allem an Nachwuchsdokumentarfilmemacher*innen. Doch mit der vierten Edition erweitert das Festival den Wettbewerb um Spiel- und Experimentalfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Tschechien, der Slowakei, Polen und Ungarn. Mit dem Pavel-Koutecký-Preis wird in diesem Jahr bereits zum 15. Mal der beste tschechische Dokumentarfilm (Debüt- oder Zweitfilm) ausgezeichnet. Das Festival findet vom 28. September bis zum 4. Oktober 2021 in Dresden und Aussig (Tschechien) statt. 

Eines der Hauptziele des Festivals ELBE DOCK ist die Förderung des deutsch-tschechischen Kulturaustauschs sowie des Dialogs im Bereich der audiovisuellen Kunst in Zentraleuropa. Die Kulisse der tschechischen Region Aussig zeichnet sich für Besucher*innen aus dem Ausland durch eine unverwechselbare Atmosphäre aus. Die Wahl des Festivalaustragungsorts soll aber auch zum Ausbau der Kulturinfrastruktur in der industriell geprägten Grenzregion beitragen und den Horizont des hiesigen Filmpublikums erweitern. Beides wurde lange Zeit vernachlässigt. Durch die Partnerschaft mit Deutschland steht das Festival außerdem im Zeichen der grenzüberschreienden Zusammenarbeit und kann als wichtige Inspiration für das Kulturgeschehen in den Regionen beiderseits der Grenze dienen. Die deutsch-tschechische Festivalpartnerschaft schlägt sich auch im Programm nieder. Dieses enthält in diesem Jahr u.a. eine Sektion, die dem deutschen expressionistischen Film gewidmet ist. Außerhalb des Wettbewerbs steht die Sektion mit dem Titel Deutsche Filme für Hartgesottene. Sie zeigt zeitgenössische deutsche Filme, die an der Grenze zwischen Horror, Comedy und Trash balancieren.

Dem deutsch-tschechischen Austausch im Bereich der Audiovision ist auch der deutsche Teil des Festivals gewidmet, der traditionell in Dresden stattfindet. Obwohl die Corona-Pandemie die Vorbereitungen des internationalen Festivals erschwert hat, ist es den tschechischen Veranstaltern gemeinsam mit den deutschen Partnern gelungen, ein kompaktes, aber dennoch anspruchsvolles Programm zusammenzustellen, das vorrangig für Kinder und Jugendliche konzipiert ist. Der Dresdener Teil des Festivals zeigt so zwei Kurzfilmreihen für Kinder im Alter von 5 bis 8 Jahre und für Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahre. Auf dem Programm steht eine Auswahl der besten europäischen Kinder- und Jugendfilmproduktionen sowie interessante Diskussionen und Workshops. Das Erwachsenenprogramm bildet eine Debatte zum Thema Synchronisierung in Deutschland und Tschechien, die thematisch durch den Film Supreme Videos ergänzt wird. Die Veranstalter haben sich zum Ziel gesetzt, den deutschen Teil des Festivals in Zukunft weiter auszubauen und noch enger mit den deutschen Partnern zusammenzuarbeiten.

In Aussig wird das Festival in diesem Jahr durch eine einzigartige Location bereichert: den sog. Bunker, einen Atomschutzbunker aus den 60er Jahren. Im Rahmen des Festivals ELBE DOCK öffnet er seine Pforten für die Festivalbesucher*innen und die breite Öffentlichkeit. Leben in den Bunker bringt außerdem eine standortspezifische Ausstellung, die Licht- und Toninstallationen tschechischer Künstler aus den Bereichen Light Design, Audiovision, Szenografie und Sound Art präsentiert. Die Ausstellung spiegelt das Bestreben des Festivals wider, zu einer Plattform für audiovisuelle Kunst im weitesten Sinne zu avancieren. Denn die Veranstalter sind überzeugt, dass eine strikte Unterscheidung zwischen den einzelnen Formen audiovisueller Kunst wie Dokumentar-, Spiel- und Animationsfilm, Video, Experiment oder Installation keineswegs zweckdienlich ist. Vielmehr tragen die einzelnen Formen in ihrer Gesamtheit zu einem besseren Verständnis unserer gegenwärtigen Welt bei, in der wir unentwegt von audiovisuellen Reizen umgeben sind. 

Einen wichtigen Bestandteil des Festivals bildet außerdem das alljährliche Begleitprogramm zur Bildungsförderung im Bereich der audiovisuellen Kunst sowie zur Vernetzung von Filmschaffenden. Auch in diesem Jahr bietet es zahlreiche Masterclasses und Workshops zu verschiedenen Themen – von interdisziplinären Formen audiovisueller Kunst über neue Trends in der zunehmend digitalen Wahrnehmung unserer Welt bis zum Einfluss der Digitalisierung auf die Gegenwartskunst. Eingeleitet wird das Festival von einem eintägigen Online Industry Programm, wo deutsche und tschechische Studenten aus dem Bereich Audiovision im Rahmen von Vorträgen und Workshops zusammenkommen.

 

Das komplette Programm des diesjährigen Festivals mit näheren Informationen zu den einzelnen Sektionen wird am 1. September veröffentlicht. Am selben Tag beginnt der offizielle Vorverkauf.